Kaffee ist fertig

Wertschätzung für guten Kaffee liegt im Trend. Wir erweisen sie, indem wir die Bohnen selber mahlen und auf traditionelle, stilvolle Weise in Trinkgenuss verwandeln. Die verschiedenen Zubereitungsarten im Überblick.

Die Kunst des Handfilterns

Um handgefilterten Kaffee ist in den letzten Jahren ein Hype entstanden, passend zur „dritten Kaffeewelle“, die Qualität, Nachhaltigkeit, Fairtrade und Handwerkskunst bei der Kaffeeproduktion grossschreibt. Zubehör: Kaffeekanne, passender Handfilter und Papierfilter. Wichtig: frisch gemahlener Kaffee (mittlerer Mahlgrad), Wassertemperatur 96 Grad (Wasser nach dem Aufkochen ca. 1 Minute stehen lassen). Empfehlung: 32 g Kaffee auf 500 ml Wasser. Kaffeepulver in den Papierfilter geben, mit Wasser anfeuchten, bis es vollständig bedeckt ist. 30 Sekunden warten und beobachten, wie der Kaffee zu quellen beginnt („Blooming“). Langsam weiter Wasser in kreisenden Bewegungen hinzugeben. Zum Schluss einen dünnen Strahl in die Mitte geben, um das Wasserniveau im Filter zu halten.

Moccamaster: filtert Kaffee wie von Hand

„Das Leben ist zu kurz für schlechten Kaffee“, sagte sich der niederländische Industriedesigner Gerard Clement Smith und entwarf 1968 eine Filterkaffeemaschine mit Kupferheizelement. Das Besondere: Die Moccamaster giesst das Kaffeepulver durch neun feine Ventile mit exakt 96 Grad heissem Wasser gleichmässig auf. Ergebnis: ein nuancenreicher Kaffee wie handgefiltert, ideal bei grösseren Mengen.

Beauty-ABC

French Press: einen frisch gepressten Kaffee, bitte

Die Pressstempelkanne, um 1850 in Frankreich erfunden, gehört zu den „Full Immersion“-Kaffeebereitern: Das Kaffeepulver ist durchgehend mit Wasser in Kontakt, bevor es durch ein Metallsieb getrennt wird. Anders als bei Papierfiltern bleiben Fette und Öle im Kaffee erhalten, so hat er geschmacklich mehr Fülle. Empfehlung: mittlerer Mahlgrad, 65 g Kaffee auf 1 l Wasser. Heisses Wasser zügig auf das Kaffeepulver in der Glaskanne giessen, umrühren, Deckel aufsetzen, leicht nach unten drücken. Nach 3,5 Minuten zweimal umrühren, Siebträger langsam, gleichmässig nach unten drücken, damit der Kaffee sich setzen kann. Et voilà!

Siebträgermaschine: dem Kaffee mal ordentlich Dampf machen!

Die Espressomaschine wurde erstmals 1884 in Italien patentiert. Das Prinzip: Kaffee wird über Wasserdampf zubereitet; das in einem Boiler erhitzte Wasser schiesst mit hohem Druck (9 bis 12 bar) durch den Siebträger mit frisch gemahlenem Kaffeepulver, das zuvor „getampt“, das heisst mit einem kleinen Stampfer hineingedrückt wurde. Diese spezielle Brühtechnik extrahiert das volle Aroma aus dem Kaffee und es entsteht die für den Espresso typische Crema – der aromatische, feinporige Schaum. Diese Zubereitungskunst wird unter dem Begriff des „Barista“ zusammengefasst.

Bialetti Moka Express: Design-Ikone für den Herd

Der Erfinder Alfonso Bialetti wollte Espressogenuss wie in italienischen Cafés in die heimischen Küchen bringen. 1933 präsentierte er das Ergebnis: eine Aluminiumkanne, bestehend aus mehreren Elementen, die mit geringem Dampfdruck auf dem heimischen Herd Espresso zubereiten konnte. Sie steht heute sogar im Museum of Modern Art in New York. Der optimale Mahlgrad des Kaffeepulvers liegt zwischen feinem Espresso und Handfilter, der gesamte Filter wird gefüllt, aber nicht getampt. Wichtig: Herdplatte auf mittlere bis starke Hitze einstellen – zu hohe Temperaturen verbrennen den Kaffee, er schmeckt bitter.

#tippstricks

  • Die Kaffeebohnen immer frisch, kurz vor der Zubereitung mahlen (z. B. in elektrischer Mühle mit Scheibenmahlwerk). So bleibt die Aromenvielfalt erhalten. Der Mahlgrad lässt sich auf die jeweilige Kaffeezubereitung einstellen.
  • Kaffeepulver nicht mit dem Löffel, sondern mit der Feinwaage abmessen. Denn für ein perfektes Verhältnis von Kaffee und Wasser werden in Anleitungen (z. B. auf coffeecircle.com) genaue Mengen angegeben.